Part of IBM iX, your global business design partner. Logo IBM iX
Icon Close

Was macht ein Product Owner bei ecx.io?

Jedes Projekt ist einzigartig. Es braucht ein Team für schnelle, informierte Entscheidungen – ohne Hindernisse. Deshalb haben wir uns für agile Arbeitsprinzipien entschieden damit unsere Teams das bestmögliche Setup und die Rollen entsprechend auswählen können. Jede Rolle bewegt sich in einem Verantwortungsrahmen. In Gesprächen mit Bewerber und Kunden merken wir, dass diese jedoch in jedem Unternehmen anders gelebt wird. Ein paar Kollegen haben sich deshalb zusammengesetzt, um das Aufgabengebiet unsere zentralen Rollen zu erklären. Heute erklärt Felix wie wir die Rolle ‚Product Owner‘ bei uns verstehen: 

Ein Product Owner (kurz „PO“) stellt die Schnittstelle zwischen strategischen Zielen des Kunden, Anforderungen der Nutzer und der Umsetzbarkeit des Produktes dar. Die Anforderungen aller drei Bereiche spielen eine wichtige Rolle bei dem erfolgreichen Abschließen eines Projektes. Er muss sich einen Überblick verschaffen, alle Teilbereiche des Projektes koordinieren und wird abschließend an deren Umsetzung gemessen.

Die Rolle des PO ist neben dem Scrum Master, in dessen Aufgabenbereich wir das letzte Mal einen Einblick mit Manuel bekommen konnten, fester Bestandteil des SCRUM Frameworks, mit dem wir in unseren Projekten arbeiten. Dort ist auch definiert, dass der PO das Product-Backlog verantwortet. Dies sorgt für eine Überschaubarkeit und Ordnung eines Projektes: Alle Anforderungen werden gesammelt und in Aufgaben für das Team unterteilt, ausformuliert und priorisiert. So wird Transparenz über das weitere Projektvorgehen geschaffen und die noch ausstehenden Aufgaben übersichtlich dargestellt. Außerdem ist die Hauptverantwortlichkeit eines PO die Balance zwischen Scope, Zeit und Budget des Projektes zu planen, kontrollieren und wenn nötig, Maßnahmen zur Verbesserung zu ergreifen.

Was macht die Rolle des Product Owners bei einer Agentur besonders?

Wird die Umsetzung eines Digitalprojektes an Dienstleister vergeben, muss diese Schnittstellenfunktion auf zwei Organisationen aufgeteilt werden: Agentur und Kunde. Die klassischen Rollen von SCRUM – Product Owner, Scrum Master und Team – liegen dabei oft auf Seiten der Agentur, die das Produkt entwickelt. Der PO ist Repräsentant des Kunden im Team und gleichzeitig der Repräsentant des Teams beim Kunden. Besonders hier ist das Ausfüllen der Schnittstellenfunktion gefragt, da die Expertise für die Anforderungen in den verschiedenen Bereichen der Beteiligten liegt.

Side Fact: In manchen Projekten wird der PO auf Dienstleisterseite auch „Product Owner Advisor“ genannt, weil er den kundenseitigen Product Owner unterstützt und in seiner Verantwortung berät.

Der fachliche Input und die Ziele kommen vom Kunden, um die Produktvision und den Business Value zu definieren. Diese helfen später bei der Priorisierung des Backlogs. Die technische Machbarkeit und Möglichkeiten zur Umsetzung werden dann mit dem Team zusammen definiert. So minimiert der PO durch den Austausch von Machbarkeit und Anforderungen die Projektrisiken. Jedoch ist nicht in jeder Kundenorganisation die Teamaufstellung direkt kompatibel mit der Dienstleistereigenen. Product Owner auf Dienstleisterseite haben deshalb anfangs auch oft die Aufgabe, als Vermittler die bestmöglichen Workflows bzw. „Ways of Working“ für die Zusammenarbeit mit dem Kunden zu finden. Das tun sie natürlich nicht ganz alleine, sondern gemeinsam mit dem Scrum Master und Team.

Welche Fähigkeiten sollte ein PO mitbringen?

Verschiedene Inhalte müssen an verschiedenen Stakeholder während des Projektes kommuniziert werden – hier braucht es Empathie, Erfahrung und auch Mut. Zusammen mit Felix haben wir die weiteren Fähigkeiten, die er für seinen Beruf braucht, festgehalten:

  • Überzeugungskraft: Ein Product Owner muss von Anfang an die Vision des Projektes vertreten, diese an die Beteiligten kommunizieren und „Commitment“ demonstrieren. In schwierigen Situationen braucht es klare Entscheidungen und saubere Kommunikation im Team.
  • Prioritäten setzen: Das Backlog muss ständig auf dem aktuellsten Stand sein und den Umfang des Projektes definieren. Dafür muss ein Product Owner alle Anforderungen gemeinsam mit Stakeholdern aufnehmen und Prioritäten setzen können.
  • Unterstützung von Spezialisten: Auch wenn der Product Owner der Ansprechpartner für das Projektergebnis ist, kann er die Arbeit nicht alleine erledigen. Er muss wissen, welche Aufgaben er an wen am besten abgeben kann oder wo er die entsprechende Unterstützung von Spezialisten findet.
  • Konflikt Management: Unstimmigkeiten kommen bei jeder Umsetzung eines Projektes vor. Besonders wenn ein Projekt innerhalb zweier Organisationen mit unterschiedlichen Kulturen und Prozessen umgesetzt wird. Hier muss der Product Owner wissen, wie er zwischen den Parteien vermittelt und Konflikte lösen kann.
  • Kenntnisse über Markt und Kunden: Je nach Projekt braucht ein Product Owner das Wissen über die Herausforderungen der Kunden am Markt. Zudem ist ein Product Owner auch dafür zuständig die Ansprüche der Zielgruppe entsprechend dieser Herausforderungen dann auf technische Machbarkeit zu prüfen und in die Projekte zu integrieren.
  • Technisches Verständnis: Für alle Projekte im digitalen Bereich sollten bereits Erfahrungen mit den entsprechenden Technologien vorhanden sein. Diese Kenntnisse eines Product Owners sind notwendig, um mögliche Auswirkungen auf den Zeitplan einschätzen zu können und die Kommunikation mit Kunden und Nutzern aufrecht zu halten.
  • Projektplanung und Controlling: Um die Balance zwischen Budget, Scope und Zeit zu erreichen, ist das Verständnis von relevanten Kennzahlen für den Product Owner notwendig. Idealerweise können diese Zahlen für das Controlling zur transparenten Darstellung des Projektes genutzt werden.

Viel Anforderungen auf einen Blick. Aber good news: Es gibt keinen Grund zur Angst, den Aufgaben nicht gewachsen zu sein. Es wird von niemandem gefordert alles sofort zu beherrschen. Ein routiniertes Arbeiten und der nötige Überblick kommen mit der Zeit. Unsere Agentur legt zudem besonderen Wert darauf, dass sich alle regemäßig austauschen können und fachliche Unterstützung bekommen. Für diesen Zweck haben wir eine firmenweite „Domain“ gegründet. Product Owner, die sich über das Jahr verteilt in internen Projekten engagieren, treffen sich hier um Prozesse und Tools zu diskutieren, neu zu entwickeln oder zu optimieren. Jeder hat die Möglichkeit sich einzubringen, Veränderungen anzustoßen, anderen zu helfen oder von ihnen zu lernen.

Autor Felix Fischer-Helwig

Product Owner

Als Quereinsteiger hat Felix bei ecx.io seine Leidenschaft für das Management von digitalen Projekten entdeckt. Seither unterstützt er unsere Teams als Organisator und Kundenansprechpartner in der Rolle als Product Owner. Man munkelt, dass seine Kollegen neidisch auf seine Haarpracht sind. Noch nie hat jemand ein Haar aus dem ordentlich gemachten Zopf rutschen sehen! 😦