Domains@ecx.io: Prototyping in UX/UI

Agilität bedeutet nicht nur Umdenken in der Arbeitsweise, sondern auch in der Art zu lernen und Bereiche weiter zu entwickeln. Da besonders die Digitalbranche durch Schnelllebigkeit gekennzeichnet ist, können Dienstleister nur bestehen, wenn sie ihre Expertise auf dem neuesten Stand halten. Bei ecx.io ist deswegen die klare Definition von Rollen und Verantwortlichkeiten, die in regelmäßigen Abständen überprüft werden, ein essentieller Baustein. Eine dieser Rollen ist die der „Domain Owner„. Die Kollegen, die diese Rolle neben ihren Projektrollen einnehmen, entwickeln die Organisation in einer bestimmten Expertise weiter. Nähere Informationen zu dieser Rolle findet ihr hier (LINK zu Einführungsartikel).

In diesem Artikel sprechen wir mit Magnus Müller, UX Designer, der die Domain „Prototyping in UX/UI“ bei ecx.io leitet.

ecx.io: Magnus, worum kümmert sich deine Domain?

Magnus: Mit meinen Domainprojekten unterstütze ich, dass Ideen in der Softwareentwicklung in verschiedenen Stadien eines Projekts schnell und unkompliziert mit Usern, Kollegen oder anderen Stakeholdern, die für das Projekt wichtig sind, getestet werden können. Ich betreue das Thema von UX/UI Seite her, mein Kollege Simon Gattner (Link zu anderem Artikel) kümmert sich um die Frontend Seite.

ecx.io: Wie können die Ideen den schnell getestet werden, also wie stellt ihr sie dar?

Magnus: Wenn wir intern über Ideen sprechen, kann ein Prototyp eine grobe Zeichnung eines Interfaces oder einer Benutzeroberfläche auf Papier sein. Wenn wir mit einem User testen, dann ist es mindestens ein Lowfy Wireframe, also eine Darstellung einer Website oder App in Form von abstrakten Kästen als Platzhalter für Content wie Text und Bilder. Er gibt einen groben Überblick über die Aufteilung auf einer konzeptuellen Ebene. Im Bereich Highfy arbeiten wir mit Clickdummies, also fertigen Websites, die man durchtesten kann.

ecx.io: Warum hast du dich für die Domain Owner Rolle entschieden?

Magnus: Aus zwei Gründen: Prototyping ist für mich als UX-Designer mein täglich Brot. Ich mache es im Job jeden Tag und habe Spaß daran. Es tut sich viel in diesem Bereich, und es ist spannend, da es immer neue Test-Methoden gibt. Prototyping ist für mich das Kernstück meiner Arbeit, um mit Nutzern aller Art, ob intern oder extern, zu testen, ob meine Ideen funktionieren. Und der zweite Grund: Bevor wir die Domain ins Leben gerufen haben, haben viele Kollegen mit verschiedenen Wissensständen selbst viel getestet. Die Domain bietet nun die Möglichkeit, Prototyping-Ansätze einzelner Kollegen zu sammeln und daraus ein einheitliches System zu machen. Ziel ist es, dass nicht jeder bei Null anfangen muss, sondern dass es gewisse Guidelines und Frames gibt, mit denen man arbeiten kann.

Es geht auch darum, dass sich Leute aktiv Arbeit sparen können, weil Tipps und Erfahrungen schon vorliegen. Man muss sich die Informationen nicht mehr selbst zusammensuchen, sondern verfügt über eine Informationsbasis, mit der man arbeiten kann. Mit dieser Vereinheitlichung kann man effektiver arbeiten. Außerdem bietet sie neuen Kollegen die Möglichkeit, schnell und problemlos in die Materie einzusteigen.

ecx.io: Helfen deine Kollegen denn aktiv mit das Wissen zusammenzutragen oder wie motivierst du sie?

Magnus: Da es im Interesse aller Kollegen ist sich Arbeit zu sparen, weil Tipps und Erfahrungen schon vorliegen, bekomme ich von selbst Unterstützung. Es kommen Leute auf mich zu und bringen Vorschläge ein. Was ich aktiv betreibe, ist, neue Erkenntnisse mit allen zu teilen. Es soll einen stetigen Informationsfluss geben und ich lege Wert darauf, dass jeder, der mitgearbeitet hat, nach einem Meetup auf dem Laufenden gehalten wird. Es ist wichtig, dass die Leute sehen, dass es Fortschritte gibt.

ecx.io: Welche Tools nutzt ihr in deiner Domain? Womit arbeiten alle Kollegen?

Magnus: Für die Organisation nutzen wir unsere firmenweiten Tools wie Slack oder Confluence. Ansonsten arbeiten wir viel mit Post-Its, Stift und Papier. Da wir auch Kollegen in Österreich sitzen haben, bilden wir das ganze für Meetings auch virtuell mit ‚Mural.co‘ ab. Für das Prototyping benutzen wir „Axure“, eine Mischung aus Prototyping- und Grafik-Tool. Außerdem „Sketch“, um Wireframes oder High Fidelity Mockups zu bauen. Über „Invision“ verlinken wir die Bildschirme miteinander und geben darüber unser Prototyping auch an Kunden und Kollegen raus. Dazu haben wir die Möglichkeit im Tool selbst Feedback einzusammeln. „Sketch“ und „Axure“ sind Hybriden, die man sowohl fürs Gestalten, als auch fürs Prototyping nutzen kann. Als viertes Tool soll „Principle“ dazu kommen – für Microinteraktionen auf der Seite. Zum Beispiel löst ein Button eine Animation wie ein grünes Häkchen bei einer gelungenen Zahlung aus. Solche kleine Animationen kann man gut mit „Principle“ erstellen. Sie transportieren Emotionen an den User und geben ihm außerdem Klarheit. Wir probieren „Principle“ derzeit in Demos aus und würden es gern in unseren TechStack mitaufnehmen.

ecx.io: Welche Sachen habt ihr denn bereits schon ausprobiert und in eurer Domain umgesetzt?

Magnus: Meine Domain besteht erst seit diesem Jahr. Um einen Backlog für meine Domain aufzubauen, habe ich mich dann ein kleines Meetup organisation, wo grundsätzliche Fragen geklärt und Ideen eingebracht wurden. Wie zum Beispiel: Für wen ist Prototyping, welche Tools benötigen wir, was verstehen wir unter Prototyping oder brauchen wir verschiedene Libraries? Die Kollegen aus der Frontend-Entwicklung haben bereits seit längerem eine Prototyping-Domain: Gibt es da Arbeitsweisen, die sich bewährt haben, an die wir anknüpfen oder die wir adaptieren können? Für uns macht es zum Beispiel wenig Sinn, Fälle zu definieren und dafür genau Prototyping-Methoden auszuwählen. Wir wollen lieber ein offenes Framework mit Tipps zur Verfügung stellen.

ecx.io: Was plant ihr für die nächsten sechs Monate?

Magnus: Unser erstes und größtes Ziel für nächstes Jahr ist es einen Prototyping „Field Guide“ zu erstellen. So etwas existiert bereits bei IBM für Design Thinking. Hier werden Tools und Frameworks beschrieben und empfohlen. Das ganze soll als Ratgeber und nicht als Anleitung genutzt werden. Inhaltlich sollen dort Prototyping-Möglichkeiten und Begriffe erklärt werden. Außerdem soll eine Hilfeseite mit Quellen aus dem Internet zusammengetragen werden. Der Field Guide soll selbst als Prototyp aufgesetzt werden und ist im Prinzip ein „Work in Progress“ Dokument, da sich der Bereich selbst auch sehr schnell weiterentwickelt. Er soll sich iterativ weiterentwickeln, also erste Version erstellen, Feedback einholen, Überarbeiten, Feedback einholen etc.

ecx.io: Wenn du deine Domain visualirsien müsstest – wie sähe z.B. ein Icon dafür aus?

Magnus: Für mich ist alles ein Prototyp, das Logo dürfte also nie fertig gestellt sein. Wir bräuchten also ein Symbol für etwas, das unvollendet bleibt. Vielleicht der Anfang der Zahl Pi oder ein Unendlich-Zeichen. Wir sind nie am Ende, es geht immer weiter. Das wäre das Gefühl, das das Logo transportieren soll.